Prostate Commander ist kein weiterer generischer DICOM-Viewer, sondern ein pfeilschnelles, hochspezialisiertes Analysetool für genau diesen einen Zweck: radiologische Schnittbilder automatisiert konturieren, dem Anwender zur Kontrolle vorlegen und so die Vorbereitung von Fusionsbiopsien und Verlaufsbeurteilungen beschleunigen – vollständig auf dem eigenen Rechner, ohne Cloud-Anbindung.
Die Software unterstützt die Auswertung von T2-gewichteten MRT-Aufnahmen der Prostata. Sie automatisiert den zeitaufwändigsten Teil der Vorbereitung – das schichtweise Nachzeichnen der Organgrenzen – und stellt das Ergebnis als überprüfbaren, korrigierbaren Vorschlag zur Verfügung.
Entstanden ist die Software aus der täglichen Praxis: Als Radiologe, der gemeinsam mit einem Urologen MRT/Ultraschall-fusionierte Prostatabiopsien durchführt, war ich mit einer Vielzahl an Untersuchungen unterschiedlichster Herkunft konfrontiert – mit entsprechend unterschiedlicher Qualität, sowohl der Aufnahmen selbst als auch der vorliegenden Befunde. Um den Validierungsvorgang im Vorfeld zu beschleunigen und rasch eine Übersicht zu gewinnen, wie die Fusionsbiopsie am effizientesten und sichersten anzulegen ist, habe ich dieses Programm geschrieben.
Automatisierte Konturierung der Prostata und optional auffälliger Areale („Herde“) in axialen T2-Schichten, als Grundlage für die Planung MRT/Ultraschall-fusionierter Biopsien und für die Volumenabschätzung.
Liest eine DICOM-Serie ein und wählt vollautomatisch die benötigten Sequenzen (T2, Diffusion) aus. Aus den Diffusionsbildern werden selbständig ADC-Karten berechnet, ebenso das Volumen der Prostata und – falls vorhanden – eines Herdes. Nach der KI-Konturierung der Prostata wird – orientiert an den PI-RADS-Kriterien – anhand von T2, Diffusion und ADC nach Herden gesucht. Die gesamte Diagnose der Untersuchung wird strukturiert in einem Word-Dokument zusammengefasst.
Für medizinisches Fachpersonal aus Radiologie und Urologie, das MRT-Serien der Prostata befundet oder Fusionsbiopsien vorbereitet und dabei die Kontrolle über jede automatisch erzeugte Kontur behalten möchte.
Jede automatisch erzeugte Kontur bleibt ein Vorschlag. Sie wird farblich als aktiv oder inaktiv gekennzeichnet, kann Schicht für Schicht angepasst, gelöscht oder neu gezeichnet werden. Schichten, auf denen die KI kein plausibles Segment findet, werden automatisch als inaktiv markiert, statt eine falsche Kontur zu erzwingen.
Die Anwendung ist als eigenständiges Windows-Programm konzipiert: keine Cloud-Verarbeitung, keine Übertragung von Bilddaten an Dritte. Alle Berechnungen laufen lokal auf dem Rechner, auf dem sie gestartet wird.
Als eigenständige Windows-Anwendung gepackt (kein separates Python nötig). Läuft vollständig offline auf handelsüblicher PC-Hardware. Eine vorhandene Grafikkarte (CUDA) wird für die KI-Berechnung automatisch genutzt, andernfalls rechnet die Anwendung CPU-optimiert weiter.
Ein auf medizinische Schnittbilder spezialisiertes neuronales Netz (Deep-Learning-Segmentierungsmodell) erzeugt den Konturvorschlag je Schicht. Das Modell kann bei Bedarf mit zusätzlichen, lokal vorliegenden Trainingsdaten nachtrainiert werden.
Verarbeitet DICOM – den internationalen Standard für medizinische Bilddaten. Erkennt automatisch die relevante T2-axiale Serie in einem Untersuchungsordner und ordnet Zusatzsequenzen (z. B. Diffusion) korrekt zu.
Bilddaten verlassen den Rechner nicht. Je nach Ausführung werden Zwischenergebnisse entweder für spätere Sitzungen lokal abgelegt oder – in der schlanken Variante – nach jeder Sitzung rückstandslos wieder gelöscht.
Programmiert in direkter Interaktion zwischen Mensch und dem KI-Programmierassistenten „Claude Code“ von Anthropic – die Anwendung ist damit selbst auch ein Produkt künstlicher Intelligenz. Geschrieben in Python, lauffähig sowohl mit als auch ohne CUDA-Grafikkartenunterstützung. Auch die Logik der Herdsuche wurde auf Basis des PI-RADS-Protokolls gemeinsam mit Claude Code erarbeitet und in Programmcode umgesetzt.
Eine funktional eingeschränkte, offene Version steht für Testzwecke zur Verfügung: Laden ausschließlich per Drag&Drop, ohne dauerhafte Datenspeicherung – alle Untersuchungsdaten werden nach jeder Sitzung automatisch und vollständig gelöscht.
Auf kontrastmittelgestützte (KM-)Sequenzen wurde bewusst verzichtet: verkürzte MRT-Protokolle ohne Kontrastmittel stehen bereits unmittelbar bevor, die Herdsuche ist daher gezielt auf T2, Diffusion und ADC ausgelegt.
Der Arbeitsablauf ist bewusst linear gehalten: laden, prüfen, korrigieren, auswerten. Jeder Schritt ist einzeln nachvollziehbar und kann jederzeit unterbrochen werden.
Schematischer Ablauf, wie aus drei Bildsequenzen ein begründeter Herdbefund entsteht – alle Darstellungen sind Skizzen, keine realen Patientenbilder.
Beispielhafte Ansicht der Anwendung mit vollständig synthetischen Bilddaten – kein realer Patientenbezug. Zum Vergrößern anklicken.
| Taste | Funktion |
|---|---|
| K | Automatische KI-Segmentierung starten |
| F1 | Hilfe anzeigen |
| F2 | Analyse-Bericht erzeugen |
| F3 | Ansicht: Herd- / Läsionssegment |
| F5 / Esc | Vorgang abbrechen |
| P | Rechenmodus umschalten (GPU / CPU) |
Vollständige Übersicht aller Tastenbelegungen und der Betriebsanleitung direkt in der Anwendung über die Hilfe-Taste.
Die Herdsuche wurde nicht als fertige Formel vorgegeben, sondern in einem Dialog erarbeitet: Zuerst wurde besprochen, WAS einen nach PI-RADS 2.1 verdächtigen Herd radiologisch ausmacht – erst danach wurde gemeinsam mit Claude Code festgelegt, wie sich diese Beschreibung in konkrete, berechenbare Schwellenwerte übersetzen lässt. Beides ist hier dokumentiert.
Ausgangspunkt war die radiologische PI-RADS-2.1-Beschreibung eines klinisch relevanten Herdes, in Diffusion und ADC als federführende Sequenzen:
Wichtig war die Einigung: KEINES dieser Merkmale allein genügt – erst das GLEICHZEITIGE Auftreten aller drei Bildbefunde an derselben Stelle macht einen Bereich verdächtig.
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